... dann aber irgendwie doch.
Es war - so glaube ich - noch im Frühling dieses Jahres (oder doch schon länger her?), als ein Autofahrer in Wien ein Kind am Schutzweg überfahren hat. Er stand unter dem Einfluß von Medikamenten und zudem hat der Schülerlotse noch eine relativ beschuldigende Aussage getätigt. Der Fall ist bereits verhandelt und es hat ein für solche Taten übliches Urteil gegeben: drei Monate Haft unbedingt.
Für mich ein weiteres Mal in höchstem Maße unverständlich. Mir geht es nicht ausschließlich um die Höhe der Strafe, sondern eher um den Umstand, dass - mit Ausnahme von ganz wenigen Menschen - absolut niemand derartige Urteile hinterfrägt. In Diskussionen über dieses Thema stehe ich - sogar bei Bekannten/Freunden - recht oft auf verlorenem Posten. Meiner Meinung nach ist in so einem Fall z.B. ein lebenslanger Entzug der Fahrerlaubnis der allererste Schritt. Für meinen Geschmack hat der Fahrer ein für alle Mal bewiesen, dass er nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug zu lenken. Punkt.
Dieser offenbar schwer subversive Gedankengang wird dann oft mit dem Argument abgetan: »und was soll der dann in seinem Leben noch arbeiten?«
Dieses Thema - oder mehr der Umgang in unserer Gesellschaft damit - beschäftigt mich schon sehr lange Zeit. Beschäftigen ist eigentlich noch leicht untertrieben, ich verspüre ehrlich eine Art von Zorn und Ohnmacht - und verstehe nicht, warum es nicht mehreren Menschen so geht.
Den momentanen Höhepunkt erreichte die Sache in mir, als ich vor einigen Tagen ungefähr diese Schlagzeile gelesen hatte:
»Stromdiebstahl aufgeklärt - Täter zu 12 Jahre unbedingt verurteilt.«
Ich weiß, mein Song bewegt sich sehr hart an einer gewissen Grenze und ich habe tatsächlich ein wenig Furcht vor bösen Reaktionen.
Aber vielleicht hier bei der CM ein bisschen weniger, als draußen - in der freien Welt
:-)