da gabs also intern eh schon viele gespräche. die ghostbikes werden auch aufgestellt, wenn die CM das nicht will - dann halt nicht im rahmen der CM, sondern so mal - weil ghostbikes ja für sich selbst die Inhalte transportieren:
* aufmerksamkeit im alltag : es sterben radfahrer durch autos auf unseren strassen.gar nicht so wenig. ein ghostbike erinnert alle daran, die es sehen
* mediale aufmerksamkeit : natürlich wollen ghostbikes was bewirken. es geht um sichtbarmachen von tödlichen mechanismen auf unseren strassen. und natürlich sind medien sehr gut geeignet, diese message zu transportieren. und natürlich eignet sich die karwoche mit ihrem fokus auf tod und verkehrstote im osterverkehr dazu nicht schlecht
* aber es passt gut zur CM - einmal weniger party und mehr sich bewusstmachen, dass es gefährlich ist und wir nicht zum spass demonstrieren, sondern autos einfach killermaschinen sind.
die angst von einigen leuten ist nun, dass das alles zu katholisch am karfreitag und so. ich glaube nun nicht, dass die CM gefahr lauft, als katholische prozession missverstanden zu werden :) aber es lässt sich nicht leugnen, dass die karwoche medial perfekt für diese message geeignet ist und dass es vom thema her auch einfach gut passt.
das argument mit dem respekt vor den toten - entweder ist das argument ernst gemeint aus einer ethisch-moralischen perspektive raus, dann muss man die ganze ghostbike-sache aus diesem blickwinkel hinterfragen oder es ist selbst ein klerikales-reaktionäres argument ;) ich glaube nicht, dass wir es an respekt für die toten mangeln lassen, wenn wir bei einer CM ghostbikes aufhängen. Wir machen keine individuuen sichtbar : wir wollen den tod von radfahrerInnen durch autofahrerInnen an den orten des geschehens speziell und medial allgemein sichtbar machen.
aber lassen wir doch diese diskussionen, die auf zwei polen rund um unsere staatsklerikalen traumas kreise und stellen uns das praktisch vor:
wir machen wie immer eine CM und auf 2,3 Fixpunkten treffen wir journalisten und hängen ghostbikes auf und das muss weder kitschig werden noch klerikal, sondern kann einfach das sein, was es ist : hier ist eine radfahrerIn durch eine AutofahrerIn gestorben und das soll sichtbar gemacht werden und es macht uns betroffen, aber es macht uns nicht leidend.
schön wäre, wenn sich das mit den ghostbikes auch verselbsständigen würde. Die IGF stellt glaub ich die ersten ghostbikes zur verfügung und vielleicht machen andere gruppen oder privatpersonen auch welche (bikekitchen?) und vielleicht schaut man auch ein bisschen darauf, dass sie nicht wegkommen, weil sie etwas darstellen was uns wichtig ist