der kurier hetzt wieder mal:
Trotz - oder wegen - schlechter Wirtschaftsdaten ist der Trend zum Fahrradvergnügen ungebrochen. Heuer werden erstmals mehr als eine halbe Million Drahtesel verkauft werden, hofft die Wirtschaftskammer. Jeder sechzehnte Österreicher wird also auf einem neuen Bike radeln.
Das Traumwetter der vergangenen Woche nutzten auch schon viele für die erste Ausfahrt. Die Radlerparadiese wurden gestürmt, der Radverleih auf der Donauinsel hatte zeitweise bereits rund drei Viertel seines Bestandes an Interessenten verborgt.
Doch der Boom hat leider auch seine Schattenseiten. Rund 50 Radfahrer werden dieses Jahr nicht überleben, an die 6000 müssen ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen. Vielfach beruhen diese Unfälle auch auf Missverständnissen: „Einige Radfahrer starben im Vorjahr, weil sie in den toten Winkel von Lkw gerieten. Auch der Sicherheitsabstand wird oft nicht eingehalten“, berichtet Polizeisprecher Michael Takacs. Vor allem die Übergänge von Fahrradwegen auf Straßen seien „ein grundsätzliches Problem“. Alle glauben, sie haben Vorrang – bis es kracht.
Während Autofahrer gerne zeigen, dass sie die stärkeren auf der Straße sind, fallen „viele Radfahrer durch Nichtschauen und Schnellfahren“ auf, so Takacs. Fahren bei Rotlicht und auf Gehsteigen sei ein großes Übel. Die Polizei wird deshalb in Wien in den nächsten Wochen erstmals wirklich größere Kontrollaktionen starten.