5 Jahre Critical Mass in Salzburg – Rück- und Ausblick

Es war Freitag, der 26. September 2008, als eine Gruppe von ca. 20 RadfahrerInnen scheinbar ziellos durch die Salzburger Innenstadt fuhr. Keine Führung, keine Polizei, keine Route. Es wurde einfach lustvoll Rad gefahren. Sie nannten sich „Critical Mass“. Eine Mischung aus ausgelassen klingelnd-jubelnder flyer_salzburgFahrrad-Gaudi und kritischer Auseinandersetzung mit einem nicht zufriedenstellenden und Auto-dominierten Verkehrsalltag. Bewusstes Fahren auf der Straße anstatt des Radwegs sollte die unreflektierte Dominanz der Autos in der Stadt verdeutlichen und den zu niedrigen Stellenwert des Fahrrads beleuchten.

Die Anfänge
Als im September 2008 Plakate und Flyer auftauchten, welche den Start einer Critical Mass in Salzburg ankündigten, wussten nur wenige etwas damit anzufangen.
Dass es sich zu diesem Zeitpunkt bereits um eine globale Bewegung handelte und jahrelange Critical Mass Traditionen in hunderten Städten weltweit existierten, schienen hier die wenigsten verfolgt zu haben. Und so bewegten sich die TeilnehmerInnenzahlen anfangs auch in überschaubaren Grenzen. Am 26.12.2008 stellten 3 tapfere Radfahrer die bis heute kleinste (aber nicht weniger lustige) Critical Mass dar. Nicht zuletzt winterbedingt kam die Salzburger Critical Mass also erst im Frühjahr 2009 so richtig ins Rollen. Unter dem Motto „Frühlingsradeln mit Jugendwadeln“ folgten im April ca. 60 RadfahrerInnen dem Ruf der CM. Ein Video dieser Fahrt verbreitete sich schnell übers Internet, wodurch die Critical Mass verstärkte Aufmerksamkeit erhielt.

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Der Begriff „Critical Mass“ zirkuliert heute nicht mehr nur in einem engen Kreis von Insidern, sondern ist allgegenwärtig geworden. Vielerorts erfreut man sich an Plakaten und Stickern, die auf das regelmäßige Aktionsformat hinweisen. Mehrere Gruppen auf facebook erfreuen sich an reger Beteiligung. Auf Youtube finden sich dutzende Videos von Salzburg Critical Mass Fahrten. An wetterbegünstigten Tagen wurde bereits mehrfach die 100er-Schallmauer durchbrochen. Auch bei richtigem „Sauwetter“, das in Salzburg auch mal vorkommen soll, gibt’s stets einige StammfahrerInnen, die dabei nicht weniger Spaß am Radeln haben. Im April 2013 stellten 140 RadfahrerInnen alles Bisherige in den Schatten (Video einer Kreisverkehr-Besetzung). Die Critical Mass lebt!

Bis heute trifft sich alles, was in Salzburg auch nur irgendwie Fahrrad-begeistert ist, an jedem letzten Freitag im Monat um 17:00 Uhr im Park vor dem Salzburger Kongresshaus, um von dort ausgehend für ca. eine Stunde Salzburgs Straßen für das Radfahren zu erobern.

5 Jahre und noch nicht genug
5 Jahre Critical Mass in Salzburg bedeuten 5 Jahre selbstbestimmte Fahrradkultur, gelebte Freiheit am Bike und viele neue Freundschaften. Ein Tag im Monat, an dem wir uns vereint den Platz auf der Straße nehmen, der uns die restlichen 29,9 Tage von einer autoholisierten Verkehrsrealität verweigert wird. Gemeinsam durchbrechen wir Denkmuster, die sonst unhinterfragt bestehen bleiben. Doch so kritisch und traurig der Hintergrund auch sein mag: Critical Mass macht IMMER Spaß und ist einfach ein geiles Gefühl!!

Immer wieder und weiterhin:
Reclaim the streets

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