In Wien und im 2. Bezirk wurden in den letzten 10 Tagen 3 RadfahrerInnen von LKWs "übersehen" und getötet. (siehe http://www.criticalmass.at/724).
Als Reaktion von Seiten des Politik wird es nun am 18.11. einen "Radverkehrsgipfel" geben - mit VertreterInne von Arbö, ÖAMTC, Argus, dem Wiener "Radverkehrskoordinator", Vertretern der Magistratsabteilungen und der Parteien.
Krawutzi und Mahlzeit sag ich da. Das entspricht der Zusammensetzung der Verkehrskommission, die in den letzten Jahren nix für die Entschärfung der lebensgefährlichen Radwege und für eine Verbesserung der Akzeptanz von RadlerInnen getan hat.
Ich glaube, wir sollten uns nicht veräppeln lassen und fordern, dass endlich mal ExpertInnen am Tisch sitzen. Ich habe mal einen Brief aufgestetzt an den Bezirksvorsteher und Stellvertreter (ein grüner) im 2.Bezirk.
Wie findet ihr den Brief? Änderungswünsche hier und wer sich mit seinem Namen unter den Brief setzen will, der kann gerne hier auch "unterschreiben" (mit email) bzw. ein mail an info@criticalmass.at. Der Brief mit allen UnterzeichnerInnen wird dann an den BV und Stellvertreter übermittelt:
Sg. Bürgermeister Häupl,
Sg. Verkehrsstadtrat Schicker,
Sg. Hr. BV Kubik,
Sg. Hr. BVStv. Hasch,
Viele RadfahrerInnen und AktivistInnen in Wien sind traurig und auch
wütend über die jüngsten Todesfälle in Wien, speziell im 2. Bezirk.
Die "Unfälle" waren nicht Pech oder unvermeidbar sondern sind das
vorhersehbare Ergebnis einer ignoranten Verkehrspolitik, die
RadfahrerInnen aus der Wahrnehmung drängen will, anstatt sie zu einem in
vielfacher Hinsicht wertvollen und vor allem respektierten und
akzeptierten Teil des innerstädtischen Verkehrs zu machen.
Wenn sich nun als Reaktion der Stadt Wien am 18.11 ein Radverkehrsgipfel zusammenfindet, der genauso besetzt ist wie in den letzten Jahren, in denen es zu keiner signifikanten Verbesserung der Situation gekommen ist, dann ist das das falsche Signal und ein weiteres Alibi-Event, das nichts bringt.
Es ist Zeit, RadfahrerInnen ernst zu nehmen und Ihnen den Ihnen
zustehenden Stellenwert und Raum zu geben. In der Verkehrsplanung, in
den Medien und auf der Strasse.
Wenige Leute, mit denen ich spreche glauben, dass die von Ihnen
erwähnten Mitglieder des Radverkehrgipfels (Arbö, ÖAMTC, Argus, Magistrate, Parteienvertreter und der zahnlose Radwegkoordinator) die nötige Expertise bzw. das Interesse haben, eine wirkliche Verbesserung der Radfahrersituation zu
erreichen, die einerseits finanzielle Mittel (zB Imagekampagnen) und
andererseits eine Änderung der Autosituation (Tempolimits, negativimage
für Autorowdies und Abdränger, Einschränkung des "die Strasse gehört den
Autos"-Gedanken usw. ) erfordert.
Wenn Sie wirklich Interesse an einer Änderung und
Verbesserung haben, dann laden Sie zu diesem Gipfel wirkliche
ExpertInnen ein und auch Menschen, die Erfahrung mit der alltäglichen
Situation der RadfahrerInnen haben.
Ich kann Ihnen gerne die nötigen Kontakte vermitteln, wenn Interesse
daran besteht, aber viele RadfahrerInnen in Wien und im 2. Bezirk werden
nicht damit zufrieden sein, wenn die Verkehrskommission nun einmalig
"Radgipfel" heisst und sich wieder nichts ändern wird. Wir kennen die
heisse Luft, wenn es bei Alibi-Fachdiskussionen und politischen Auftritten wieder nur um "mehr Radwege", "Tempolimits für Radfahrer" oder die medial gehypten "Radrowdies" anstatt um reale Probleme und Lösungen geht.
unterzeichnet von: