unter http://www.criticalmass.at/1889 wird grad zum thema schubhaft und mord diskutiert. Ein Thema dass sehr sehr ernst zu nehmen ist, weil es uns nicht egal sein darf was hier mitten in Wien passiert. Aber es soll nicht im Vordergrund der Diskussion zur CM stehen u darum bitte ich, die Diskussion hier weiterzuführen und fang gleich damit an:
@symlink: ich hab mal nachgeschaut auf wikipedia und gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Mord#Die_Rechtslage_in_Deutschland - wird bei uns nicht ganz anders sein.
und ich bleib dabei: wenn der staat flüchtlinge derart starkem druck, repression und unmenschlichem umfeld aussetzt und ihnen grundlos die freiheit entzieht (jemand einsperren nur weil er am falschen ort ist, das ist ja ein wahnsinn !!) und dabei in kauf nimmt, dass unter diesen bedingungen regelmässig menschen sterben und gleichzeitig eine weitere verschärfung fordert - ja ich nenne das klar mord. und deckt sich auch mit der definition in wikipedia:
grausamkeit (folter über längeren zeitraum), gemeingefährliche mittel, niedrige beweggründe (fremdenhass), habgier ... das alles sehe ich wenn ich mir ansehe wie österreich mit menschen umgeht, die hier aus sehr menschlichen bedürfnissen schutz und ein besseres leben suchen.
und wir wissen wie das ist: wenn das geld für autobahnen in milliarden fliesst u kein geld für eine neumarkierung eines radweges da ist.
wir wissen wie das ist wenn uns alle als verrückte hinstellen, weil wir sehen, wie absurd die dominanz mit autos ist und volkswirtschaftlich schlecht dazu. und klimavernichtend.
darum fahren wir rad jeden dritten freitag im monat. und das soll so bleiben und nicht flüchtlinge sind unser inhalt sondern platz in der öffentlichkeit und auf der strasse.
aber das darf nicht heissen dass wir die augen verschliessen vor der noch viel grösseren lüge (und ich sehe den autoholismus als vielschichtige lüge) mit der wir selber unsere gesichter von den flüchtlingsdramen in europa, österreich und wien abwenden.
das hat nichts mit links/rechts zu tun. Das geht viel tiefer.
und wenn die CM einmal im jahr anlässlich eines tragischen mordes fünf minuten vor einem schubhaftzentrum, wo kinder, frauen, familien menschrechtswidrig festgehalten werden ... nur fünf minuten stehenbleibt um das einmal auch für uns selbst sichtbar zu machen, was da lauft ... dann finde ich das sehr ok und begrüssenswert.
Wir von der CriticalMass haben in den letzten Jahren einen Freiraum in Wien für uns erobert. und wir spüren jeden dritten Freitag im monat wie gut uns dieser freiraum tut. wie schön es ist, diesen freiraum zu leben und mit unseren wichtigen persönlichen träumen von autofreier stadt, klimaschutz, ökogesetzen, bikegangs und was auch immer zu füllen.
Aber begehen wir nicht den fehler zu glauben, dass der gedanke von freiraum hier aufhört !!! wir können nicht bei einem schubhaftgefängnis vorbeifahren wo menschen sterben ohne auch das in unseren gedanken von freiraum einzubeziehen. das geht einfach nicht.
freiraum für uns, freiraum für alle.
das wäre ein spruch der vielleicht ganz konkret besser zur cm passen würde als - bisschen selbstkritik - die sprüche, die vor dem schubhaftgefängnis gerufen wurden ;)