Versteh ich nicht. Diesbezueglich ist die StVO ja recht klar.
Die StVO ist eigentlich immer klar. Aber sie zeigt eben nur einen Soll-Zustand.
Den jeweiligen Ist-Zustand kann man nur direkt vor Ort sehen.
Als relativ deutliches Beispiel: Ich lebe in einer Gegend, welche seit etwa 20 Jahren laut StVO eine große 30er-Zone ist. Wenn Du einen Nachmittag lang zu mir auf einen Kaffee kommen würdest, so würden wir viele KFZ sehen, welche mit 50-60km/h fahren, einige wenige mit 70-80km/h und ganz wenige vielleicht - eventuell - möglicherweise - mit 30km/h.
Dieser offensichtliche Unterschied bewegt sich aber in jenen Grenzen, welche sowohl der Gesetzgeber, als auch die Exekutive für »in Ordnung« betrachten.
Wenn dies jemandem nicht gefällt, so hat er eine einzige Möglichkeit: Anzeigen.
Das hat bei uns am Berg auch jemand versucht. Der arme Tropf (mein eigentlicher Held ;-) ist seither das Arschloch der Nation und eine örtliche Bürgerinitiative wollte ihn bereits einliefern lassen...
Wo ist Dir das passiert oder wurde Dir das zugefluesert?
Zu ebendieser Wohnstrasse:
Diese ist gleich bei der Kennedybrücke (in einem der beiden Videos sieht man, wie der Radfahrer durchfährt). Eigentlich wäre doch vom Gesetz her alles klar? Eben nicht.
Diese Wohnstrasse ist/war (zumindest damals, als ich dort noch fuhr) zusätzlich noch eine Einbahn. Für die Radfahrer gab es daher einen Richtungsfahrstreifen in die Gegenrichtung.
Wozu? Das Gesetz sagt doch eindeutig, wie sich Radfahrer in Wohnstrassen bewegen dürfen - nämlich in beiden Richtungen - selbst dann, wenn es sich dabei um eine Einbahn handeln sollte.
Das Gesetz sagt auch, wie sich KFZ-Lenker in einer Wohnstrasse bewegen dürfen - nämlich grundsätzlich einmal gar nicht. Mit der Ausnahme zum Ab- und Zufahren (zu einer Parkmöglichkeit) - und dann eben nur in Schrittgeschwindigkeit.
Leider ist genau diese Wohnstrasse (Eduard-Klein-Gasse) eine der wichtigsten Umfahrungsstrassen in dieser Gegend und wird damit zu den Stoßzeiten alles andere, als eine Wohnstrasse. 40-50km/h sind der Standard, Durchfahren ist der Standard, der Radfahrer soll sich gefälligst auf den 50cm Fahrstreifen in der engen Strasse begnügen - denn wozu ist der sonst da?!!...
Bei meinem Konflikt mit einem Taxilenker und der Polizei (wäre hier viel zu lange, um es genau aufzuführen ;-) hat mir dann einer der Polizisten genau erklärt, wie das von Seiten der Polizei mit solchen Wohnstrassen geregelt wird:
§ 76b (Wohnstrasse) gilt eben nur dann wirklich und echt und ehrlich, wenn es der Verkehr auch wirklich und echt zuläßt. Da aber z.B. gleich hinter der Wohnstrasse der Eduard-Klein-Gasse ein Taxistandplatz ist, kann man das schon deshalb nicht gelten lassen, da sonst hier absolut nichts mehr funkionierte. Daran sollte man sich als »anderer« Verkehrsteilnehmer einfach halten, ein bisschen mehr »Miteinander« eben.
Ich habe damals ziemlich rasch aufgegeben, weil ich auch bemerkte, wie zusätzlich noch alle Passanten und die Beamten aus dem Bezirksamt, welche die ganze Zeit aus dem Fenster höchst belustigt zusahen, der Meinung waren, dass dies eh so OK sein - und man die Autos doch endlich in Ruhe weiterfahren lassen sollte.
Während der kompletten Amtshandlung fuhren sicher so etwa 200-250 KFZ im 30km/h-Schnitt durch - und: paaassst!
Daher habe ich für mich den Schluß gezogen: Egal, wohin ich in Wien auch fahren muss, egal, wie groß der Umweg auch sein möge - ich wähle ausschließlich jene Strecke, wo ich jede Art von »normaler« Fahrbahn (also zusammen mit KFZ) unter allen Umständen meide.
Faende gut, das zu klaeren.
Ja, davon träume ich gelegentlich auch. Ich denke da auch an solche Aktionen mit spielenden Kindern und Bällen und Toren und Inline-Skates und Polizei und Politikern, welche dann sagen: »Ja, wir sehen, da funktioniert etwas nicht. Wir werden dagegen etwas unternehmen...«
Aber ich glaube, dies nennt man auch »feuchte Träume«.
P.S.: Ich habe in meinem unendlichen Übermut bereits einmal versucht, per Magistrat, Polizei und sonstigen amtlichen Stellen diese Situation zu klären.
Es war doch ziemlich ernüchternd.